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Sektor goes Sextor

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Sex-Queen Corinna

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Corinna: "Ich war eine hemmungslose Sex-Queen"

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Angefangen hat alles ganz harmlos. Nachdem die Beziehung mit ihrem ersten Freund vorbei war, installierte Corinna aus Spaß mit ihrer älteren Schwester die Dating-App Tinder. Teilweise "matchten" sie sogar mit den gleichen Männern. "Da waren echt komische Typen dabei - so ganz ohne Haare oder kleine dicke. Aber auch wirklich heiße!"

Erst ein paar Tage später entschied sie sich Ernst zu machen: "Ich war frisch Single, sehr neugierig und hatte kaum andere Erfahrungen." Corinnas Plan: Möglichst viele Sex-Erfahrungen mit ihren Matches sammeln. In den zwei Monaten die sie Tinder genutzt hat, ging es dann ziemlich rund!

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"Ich habe über 15 Männer getroffen"

In Corinnas aktiver Tinder-Phase blieb die Pistazienschale meistens gleich für den nächsten Typen auf dem Tisch.

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Chlamydien: "Vor allem unter 25-Jährige betroffen"

Frau Prof. Dr. Bremer ist Expertin für Sexualkrankheiten am Robert Koch Institut Berlin. Chlamydien sollten nicht unterschätzt werden.

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Nach der vierjährigen Beziehung mit ihrem Ex-Freund hat Corinna einfach nicht mehr an Geschlechtskrankheiten geglaubt. Mit ihm hatte sie schließlich immer ungeschützten Sex. Bei ihrem Tinder-Experiment hat sie es deshalb anfangs genauso gehalten: "Ich wusste es einfach nicht besser und war viel zu naiv." 

So hat sie sich neben Tripper auch noch Chlamydien eingefangen. Damit ist Corinna in ihrer Altersklasse kein Einzelfall, erklärt eine Expertin vom Robert Koch Institut in Berlin.

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Heute findet Corinna das, was sie mit wildfremden Typen erlebt hat, irgendwie erschreckend: Die Harnwegs-Infektion, die sie vom "Switchen" bekommen hat oder das verlorene Kondom im Po, das mit Olivenöl befreit werden musste. Und trotzdem würde sie es wieder machen.

Für ihren Freund Florian hat sie aber vor kurzem ihren Tinder-Account gelöscht. "Das war eine richtige Befreiung und wir haben es gefeiert". Bei WhatsApp schreiben ihr aber immer noch viele ehemalige Liebhaber. Und Florian wundert's.

Corinna ist nun mal sehr sexhungrig und gebe es kein Tinder, dann hätte sie ihre Dates einfach woanders gesucht. Aber wieviele Sexualpartner hat der durchschnittliche Tinder-Nutzer?
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Tinder-Durchschnitt: Zehn Sexualpartner in 14 Wochen

Frau Prof. Dr. Wera Aretz von der Hochschule Fresenius in Köln arbeitet an einer aktuellen Studie zu Tinder.

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Freundschaft Plus

"Wir essen zusammen, gehen ins Kino und haben Sex"

Tanja* ist 20 und ist viel unterwegs. Sie weiß ganz genau, was sie bei Tinder sucht: Eine "Freundschaft Plus".

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Tinder will eigentlich eher eine seriöse Dating-App sein. Das Image der "Sex-App" lehnt man ab. Stattdessen werden unter dem Hashtag #SwipedRight auf der Tinder-Facebookseite erfolgreiche Love Stories veröffentlicht.

"Das eine schließt das andere nicht aus", findet Tanja. Sie geht bald für ein Auslandssemester nach Spanien. Eine feste Beziehung kommt deshalb nicht in Frage. Sie sucht Freunde mit denen man eine intime Beziehung führt und etwas unternimmt. One-Night-Stands sind aber auch nicht ausgeschlossen.
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Tanja: "Tinder ist keine Sex-Garantie!"

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„Wenn du bei Tinder nicht das findest was du sucht, solltest du dir vielleicht nochmal überlegen was du überhaupt willst“, sagt Tanja. Grundsätzlich glaubt sie daran, dass man mit der App alles finden kann, egal ob Liebe, Sex oder Freundschaft.

In ihrem Fall sei das nun mal eine Beziehung, die auch Sex beinhält. Klar war auch schon mal ein One-Night-Stand dabei, aber eigentlich hat es Tanja nicht auf die schnelle Nummer abgesehen. Damit ist sie nicht allein.


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Jeder zehnte Tinder-Nutzer in einer "Freundschaft Plus"

Frau Prof. Dr. Wera Aretz von der Hochschule Fresenius zeigt in ihrer Tinder-Studie: "Freundschaft Plus" ist ein etablierter Beziehungsstatus.

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Auch Jan hat eine "Freundschaft Plus" über Tinder gefunden. Dabei wusste er anfangs garnicht, was er in der Dating-App überhaupt sucht.

„Im Alltag ergibt es sich bei mir eher selten, dass ich Frauen kennenlerne“, erklärt der Kölner Student. Er sei nicht so der Typ, der im Club die Frauen anspricht. Aber nach einigen gescheiterten Tinder-Chats, war da plötzlich Franziska. Die beiden waren von Anfang an auf einer Wellenlänge und die Dates verliefen super.
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Jan: "Ich bin eigentlich eher der Beziehungstyp"

Jan wollte einfach mal schauen, welche Frauen er bei Tinder so kennenlernt. Dann lief es auf eine Freundschaft Plus hinaus.

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Ohne Tinder wäre Jan wahrscheinlich nie eine Sex-geprägte Beziehung eingegangen. Aber so sei es immer noch besser als wieder komplett Single zu sein. "Dann habe ich wenigstens etwas Spaß".

Inzwischen nutzt er Tinder nicht mehr. Aber die "Freundschaft Plus" mit Franziska besteht noch. Jan erhofft sich, dass vielleicht sogar mehr zwischen ihnen entsteht.
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(Unglücklich) Verliebt

"99,9% der Männer wollen unkomplizierte Affären!"

Michelle ist von Tinder manchmal einfach nur genervt.

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Michelle ist 20 Jahre alt und als sie mit den Tindern begann, kam sie gerade aus einer längeren Beziehung. Sie tobte sich aus und hatte in vier Monaten sieben Tinder-Sex-Dates. Davon war eins ein echter Reinfall: "Mich hat ein Kerl beim Sex völlig zerbissen. Ich hatte noch Tage später blaue Flecken."

Ihre Freundinnen waren total schockiert und wollten, dass sie sofort mit dem Tindern aufhört. Für Michelle war das aber keine Option. Stattdessen sucht sie jetzt die große Liebe. Und das vielversprechendste Date seit langem endete mal wieder komplett mies!
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"Selbst schuld, wenn du das alles glaubst"

Michelle berichtet von ihrem miesesten Tinder-Date.

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Michelle ist enttäuscht und möchte das ganze Tinder-Experiment eigentlich beenden. Manchmal glaubt sie, dass sie einfach zu naiv für diese App ist. Sie sei nun mal jemand, der sehr schnell Gefühle entwickelt und jedem eine Chance gibt. "In der Anonymität zeigen sich dann viele von ihrer egoistischen Seite und spielen mit deinen Gefühlen."

Die vermeintliche Anonymität der Tinder-Nutzer hat auch Auswirkungen auf die Ansprache im Chat. Nachrichten wie "DVD Abend?" und "Heute Abend noch nichts vor?" werden oft dem "Hallo" vorgezogen werden. Das sei aber noch harmlos.
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Christina macht gerade ihr Abi und erklärt, dass es wichtig sei, das man lernt zu filtern, dann könne man gut jemanden finden. Nachrichten wie "Stehst du auf Typen mit großen Schwänzen?", ein plumpes "Bock zu ficken?" oder "Geile Titten!" muss man einfach ausblenden!

Ihre letzte Beziehung hat sie auch bei Tinder eingefädelt und sie ist fest davon überzeugt, dass es noch mal klappt.
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Christina: "Es gibt viele Typen, die viel Mist erzählen"

Christina durchschaut Typen die "viel Mist erzählen" sofort.

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Dauer-Tinderer

"Es sind immer die gleichen Gespräche"

"Irgendwie" genießt Martin die Tinder-App zwar, aber die Gespräche laufen immer gleich ab... Das nervt!

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Martin ist 32 und arbeitet als Mechaniker in der Nähe von Dortmund. Wenn er nicht gerade unter einem Fahrzeug klemmt, dann tindert er ganz gerne mal. Aber seine Dating-Erfahrungen sind zwiespältig. "Oft stellt sich die nette Frau mit der man geschrieben hat, beim ersten Date oder sogar schon vorher als verrückt heraus." Eine Frau hat ihn sogar mal für längere Zeit belästigt. Alle 15 Minuten bekam er eine Nachricht, in der er entweder angebettelt wurde zu heiraten, oder aufs übelste beschimpft wurde.

Für Martin ist das aber noch lange kein Grund das Tindern an den Nagel zu hängen.
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Nach mehr als 40 Dates ist er inzwischen ein echter "Mobile Dating"-Profi. "Man bekommt einfach ein Gefühl dafür, was die Frauen hören wollen".

Und natürlich sei es grundsätzlich möglich, das unter den vielen Dates auch irgendwann die große Liebe ist, aber wenn Martin ehrlich ist, dann sagt er, dass Tinder eher abstumpft. Statt Chats höflich zu beenden, schreibt man sich einfach nicht mehr. Und bei Dates "erkennt man das Gegenüber aus dem Chat dann plötzlich gar nicht mehr wieder".

Trotzdem will er nicht aufhören zu tindern. Dafür macht ihm das Gewische und Gematche einfach zu viel Spaß.
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"Ich glaube ich habe noch nie so oft in meinem Leben geschrieben, wo ich arbeite", sagt auch die 24-Jährige Isabelle. Andererseits wisse sie auch, dass jedes Gespräch irgendwie anfangen muss. Es führt aber dazu, dass sie mittlerweile echt Schwierigkeiten hat, sich zu merken wo die ganzen Typen mit denen sie schreibt arbeiten oder studieren. "Ich muss den Chatverlauf immer nochmal hochscrollen, könnte ja sonst peinlich enden."

Das coolste sei aber das Gefühl, wenn auf deinem Bildschirm groß steht "Es passt - Ihr steht aufeinander!". Matches sind einfach Isabelles Ding! Getroffen hat sie sich aber erst mit wenigen Männern.
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"Je mehr Alternativen, desto schwieriger ist die Wahl"

Frau Prof. Dr. Wera Aretz von der Hochschule Fresenius in Köln über den "Overchoice Effekt". Bei nahezu unbegrenzter Auswahl wollen sich viele nicht mehr festlegen.

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"Wir wollen uns gar nicht mehr binden, weil wir ständig Angst haben etwas besseres zu verpassen!", findet auch Isabelle. Tinder sei zwar eine echt coole App, mit der man Spaß haben kann und teilweise sogar nette Leute kennenlernt, aber das war es dann auch. Es ist bequem, weil die App zwar ein Gesicht zeigt, aber keine Person dahinter. "Beim Schreiben ist man viel mutiger und hat weniger zu verlieren".

"Unsere Generation sollte lieber mal von ihren Smartphones hochschauen und sich mit den Leuten um sich herum unterhalten". Aber das traut sich ja kaum noch jemand, sagt Isabelle. Dann geht sie und gesteht: Sie selbst will Tinder auch nicht löschen.
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