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Plan B Platten des Jahres 2016

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2016 war ein Star-Jahr, Big Names wie Rihanna, Macklemore und Kanye West haben bereits ganz zu Anfang ihre neuen Alben veröffentlicht, Beyoncé zog wenig später nach mit ihrer R'n'B-Mischung aus Politik und Privatem. Es war also einiges los am roten Teppich des Pop. Und überhaupt: Teppich. Statt auf Hits setzten Radiohead, Bon Iver, Solange und Frank Ocean auf einen Klangteppich an Songs, auf dem man es sich gemütlich machen konnte, während man in anderen Sphären schwebte. Ihre Veröffentlichungen standen für die Rückkehr des Albums als Kunstform. Mehrere Pioniere dieser Kunstform sind 2016 von uns gegangen: David Bowie, Prince, Leonard Cohen und jetzt auch noch George Michael. Ihre Musik lebt weiter – auch ihre erst in diesem Jahr veröffentlichten Alben.

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Die Platten des Jahres 2016 im Schnelldurchlauf

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11 Monate und 26 Tage an Musik-Releases hat sich die 1LIVE Plan B Redaktion vorgeknöpft. Nochmal alles durchforstet, was veröffentlicht wurde: Bewährtes aus unseren Platten des Monats, aber auch Alben, die man beim ersten Hören gar nicht für so gut befunden hatte. Wir haben Listen erstellt, die wieder verworfen, Songs vorgespielt und kurz angesungen, um die anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen. Wir haben gestritten und geflucht, uns wieder vertragen und am Ende die besten Platten des Jahres zusammengestellt. Bewertet werden sie repräsentativ von drei auserkorenen Richtern.

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"Drone Bomb Me"

Anohni

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Franziska: "Der Soundtrack zur nächsten Netflix-Erfolgsserie über Nahtoderfahrungen, dem Leben danach oder Zwischenwelten. Sucht Euch was aus."

Jochen: "Hudson Mohawke und Antony Hegarty machen Musik – hätte man sich absurder nicht ausdenken können. Geht aber noch geiler."

Raffaela: "Ich war schon immer Fan von Antony And The Johnsons und jetzt bin ich’s von Anohni. Diese Stimme gibt’s halt auch nur einmal im Universum."

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"One Dance"

Drake

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Franziska: "'One Dance' knackt eine Milliarde Streams, 'Hotline Bling' bleibt ein großer Hit. Trotzdem: für mich gibt es nur 'Nothing Was The Same'."

Jochen: "Ich bin übrigens der, der Drake für einen überbewerteten Schwachmaten hält, einen Schauspieler, keinen Musiker."

Raffaela: "Ich höre ihn sogar manchmal privat. Denn ich habe nichts gegen Männer mit Gefühlen. Und 6/8-Balladen als Albumeinstieg machen mich willenlos."

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"Lazarus"

David Bowie

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Franziska: "Hoffentlich sterben 2017 weniger von den wichtigen Künstler. 'Blackstar' ist wertvoller, emotionaler und ergreifender, als es jede Biografie sein könnte."

Jochen: "Der einzige von denen, die dieses Jahr gegangen sind, der künstlerisch noch spannend war. Wie diese Platte."

Raffaela: "Mir ist unbegreiflich, wie man im Angesicht des Todes noch mal so gute Musik schaffen kann. Die gleiche Frage stelle ich mir bei Leonard Cohen. Bye Bye, beide."

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"Allan Align"

Drangsal

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Franziska: "Zwei, drei Songs sind sehr gut. Ein ganzes Album höre ich mir lieber von The Cure an."

Jochen: "Drangsal ist mehr 80s als die 80s. Drogen? Jugend? Egal. Besser als gäbe es ihn nicht."

Raffaela: "Da hinten zwischen kommerziellem Pop und kulturkritischer Abwehrhaltung gab es mal eine Lücke. Jetzt nicht mehr. Drangsal füllt sie aus, das ist schön so."


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"6 Inch"

Beyoncé feat. The Weeknd

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Franziska: "Durchgestylt, berechnend und trotzdem musikalisch wahnsinnig gut. Vor allem 'Daddy Lessons': Purismus in seiner reinsten Form. Mehr davon."

Jochen: "Starke Haltung, viele Experimente, fettester Sound – warum denke ich bei nur Beyoncé immer, dass alles nur eine Pose ist?"

Raffaela: "Auch Ende des Jahres frage ich mich, wer eigentlich diesen Streamingdienst ihres Mannes nutzt und ob die Platte überhaupt jemand hören konnte. Egal, sie ist die Queen."

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"You're The One"

Kaytranada feat. Syd

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Franziska: "Kommt aus Kanada, klingt aber kalifornisch. Oder besser gesagt so, wie L.A. sein sollte: weniger überlaufen, weniger hektisch, weniger aufgesetzt."

Jochen: "Man muss den offenbar lieben, wenn man cool ist. Shit: Ich mag den nur."

Raffaela: "Wenn Du in einen Black Music Club gehst und das hier vorher hörst, wird alles gut. Zudem wird ein Album mit Craig David drauf von mir eh niemals zerrissen werden."

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"Starboy"

The Weeknd feat. Daft Punk

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Franziska: "Das, was ich an 'House Of Balloons' mag, empfinde ich jetzt als nerviges Jammern und versuche herauszufinden, warum."

Jochen: "Wie immer Trial And Error: Die Hälfte grandios, die andere affektiertes Bums-Gewinsel. Aber eben zu 50% genial."

Raffaela: "Ich mag seine langsamen Stücke. Wenn es aber EDM-ig wird, vergeht es mir Big Time."

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"Reminder"

Moderat

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Franziska: "Beide vorherigen Alben höre ich immer noch gerne und viel. Das hier ist mir zu affektiert, zu gewollt anders und doch belangloser."

Jochen: "Seien wir froh, dass Deutschland solch undeutsche Musik hervorbringt. Aber bewerten wir sie auch nicht über."

Raffaela: "Dieses Trio ist so sympathisch und gleichzeitig so herrlich detailverliebt und verfrickelt. Und dieses Album, wie die Vorgänger, einfach nur schön."

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"Lionmouth Door Knocker"

Kate Tempest

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Franziska: "Sie ist mehr für die Bühne gemacht, als für den Kopfhörer. Wir brauchen mehr Künstlerinnen, die ausdrucksstark die richtigen Dinge zur richtigen Zeit sagen."

Jochen: "Text beherrscht Musik – immer gut. Auch wenn ich diese Platte niemals am Stück ertragen könnte."

Raffaela: "Von Chaos hatten wir 2016 definitiv mehr als genug. Vielleicht würde sich was verbessern, wenn Kate zusätzlich zur Poesie noch in die Politik ginge?"

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"Cranes In the Sky"

Solange

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Franziska: "In meine persönliche Top 10 hat sie es nicht geschafft, obwohl ihre Musik im Ohr zerfließt, wie warmer Schokokuchen mit flüssigem Kern im Mund."

Jochen: "Anfangs bin ich im Sitzen eingeschlafen, jetzt legt Solange regelmäßig den Soundteppich in mein Soundwohnzimmer. Dort, wo sie am Tisch sitzt."

Raffaela: "Das beste R’n’B-Album des Jahres. Und wer mit Blood Orange arbeitet, wird von mir eh geliebt."

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"Fever"

Roosevelt

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Franziska: "Macht einfach unfassbar gute Laune. Immer und egal wo. Klischee, ich weiß. Großartiger Künstler, der seinen komplett eigenen Sound schon jetzt gefunden hat."

Jochen: "Pop aus Köln mit internationalem Format. Glatt wie ein Aal, aber ohne einen einzigen Fehler."

Raffaela: "Roosevelt zu hören, hebt die Stimmung. Ich freue mich tierisch für ihn, dass er international damit so gut ankommt. Und bei mir auch."

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"Dis Generation"

A Tribe Called Quest

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Franziska: "Kendrick Lamar + Anderson .Paak + André 3000 + Busta Rhymes + Kanye West + Phife Dawg + Q-Tip + Q-Tip + Q-Tip = Love. Punkt."

Jochen: "Alte Säcke machen das beste HipHop-Album, während die ganzen Jungspunde sich zu Tode featuren und um die Wette prollen."

Raffaela: "Sie sind zurück. Sie klingen wie früher. Ende der Durchsage."

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"Decks Dark"

Radiohead

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Franziska: "Neben 'Skeleton Tree' von Nick Cave das traurigste Album dieses Jahr und textmäßig das Authentischste, was Thom Yorke schreiben konnte."

Jochen: "Lange hatte ich von einer melancholischen Radiohead-Platte geträumt. Jetzt ist sie da. Jetzt träume ich von etwas Anderem."

Raffaela: "Ich würde ja liebend gerne auch mal was Negatives über Radiohead sagen. Aber mir fällt nichts ein. Das Album ist einfach unglaublich schön."


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"Pink + White"

Frank Ocean

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Franziska: "Er passt sich nicht an, schreibt Melodien, die mich zum Weinen bringen und die harmonisch Vieles übertreffen, was es im R’n’B bislang gegeben hat."

Jochen: "Ich danke, wem auch immer, für Frank Ocean. Bester Songschreiber, Sänger und Bastler 2016. Jay Z, Beyoncé, Kanye – alle hören auf ihn – er auf niemanden."

Raffaela: "Ich habe immer noch nicht begriffen, warum das eine große Soulplatte sein soll. Ich höre da Songs über Sneaker und sonst nicht viel."

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"8 (circle)"

Bon Iver

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Franziska: "Ein Album des Jahres muss immer Erwartungen übertreffen, indem es keine Erwartungen erfüllt. Verdient die Nummer 1 2016."

Jochen: "Solange so etwas Trauriges, Schönes und Progressives Mainstream-Erfolg hat, ist die Welt nicht verloren."

Raffaela: "Mich hat es im Herbst des Jahres nicht immer wieder zu diesem Album hingezogen. Trotz einiger schöner Songs war mir der Hype darum nicht gerechtfertigt."



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